Windenergie und Photovoltaik lassen sich unterschiedlich kombinieren und sind ein Beitrag zur Neuausrichtung der Ökosysteme. Die Kostenüberlegungen und Möglichkeiten haben sich verändert. Weltweit arbeiten unterschiedliche Volkswirtschaften daran, diese neue Energieproduktion gesellschaftlich und mikroökonomisch sinnvoll in deren Systeme einzubinden. Vielerorts schreiten solche Projekte weiter zögerlich voran, lassen Wirtschaft und Ökologie noch nicht wie gewünscht harmonieren.

Lebensqualität und Gesundheit entlasten die Systeme der modernen Gesellschaften wesentlich, nachhaltig und flexible kollaborative Arbeitsformen können die Inflation effektiv entkräften. So geht es grundsätzlich weniger um Arbeitskräftemangel, viel mehr um den Fokus der Veränderungsbereitschaft. Letztere scheint sich jedoch kontinuierlich zu verbessern, sodass man auch positive Blicke in die Zukunft wagen kann und soll.

Biomimetik bezeichnet in der Wissenschaft technologische Inspirationen aus der Natur. Durch die Nachahmung bestimmter Naturphänomene (Vögel im Flug, Termitenhügel und Kletten) konnten viele Herausforderungen bewältigt und praktische Erfindungen gemacht wie auch realisiert werden – Beispiel: Flugzeuge, umweltfreundliche Gebäude und Klettverschlüsse.

Dank dieser innovativen Technologie kann Salzwasser für den Anbau von Nutzpflanzen und ebenso bei Regenerationsbemühungen unfruchtbarer Böden eingesetzt werden. Neben wiedergewonnenem Wasser, das zur Bewässerung verwendet werden kann, produziert die Destillationsplattform außerdem Speisesalz.

Das Middle East Desalination Research Center (MEDRC) im Oman stellte Planet 90 000 USD (75 000 EUR) zur Förderung der Weiterentwicklung der Technologie für die Umweltbedingungen im Nahen Osten zur Verfügung.

Auch Europa stellen sich grosse Herausforderungen wie Trockenzonen, problematische Anbaumethoden und verschwendete Ressourcen wie beispielsweise Wasser.

Wir denken nach, wie man Technologieplattform Mangrove Still und weitere Demonstrationsanlagen Planet/HYDROUSA in Europa ebenfalls nutzen könnte.

Mangroven nähren und bieten Flora und Fauna Schutz. Sie agieren als natürliche Kontrollsysteme, die langfristig angebaut vor Überschwemmungen und Wirbelstürmen schützen, Bodenerosion eindämmen und als Biofilter für Wasser gelten könnten. Obwohl Mangroven derzeit nur 0,1 Prozent der Erde bedecken, speichern und wandeln sie mehr Kohlenstoff um, als jede andere Waldbaumart und leisten im Kampf gegen den Klimawandel einen wichtigen Beitrag.

Die breiteste Ausdehnung erreichen Mangrovenwälder in regenreichen und warmen Regionen. Die Bäume sind an Erdregionen gebunden, wo deren Aktivitätsperiode nicht durch kältebedingten Laubabwurf unterbrochen wird. Daher ist es unmöglich, Mangroven beispielsweise in der Schweiz oder in warmen, jedoch trockenen Gebieten der iberischen Halbinsel anzusiedeln.

Dennoch hat Planet/HYDROUSA neben dem Demonstrationsstandort der Mangrove Still auf der griechischen Insel Tinos, noch fünf weitere Demonstrationsstandorte mit verschiedenen vielversprechenden Pilotprojekten am Start.

Als zukunftsweisendes Beispiel sei an dieser Stelle die Demonstrationsanlage auf der Insel Lesbos genannt. Klärschlamm wird in einem innovativen Kompostkultivator umgewandelt und zusammen mit frei von Krankheitserregern aufbereitetem Wasser direkt für die Pflege einer 10`000 Quadratmeter großen Baum-, Strauch- und Kräuterkultur eingesetzt.

Auf der Insel Mykonos wiederum arbeitet man mit einem Regenwassersammelsystem, das einen ehemals abgelegenen, trockenen Hügel begrünt. Nun wächst dort Oregano für die Herstellung ätherischer Öle.

Anhaltende Hitze und extreme Trockenheit in der Mittelmeer-Region und auf der Iberischen Halbinsel könnte sich langfristig auch auf den Tourismus auswirken. Trinkwasserrationierungen, wie letztmals während der 90iger Jahre inmitten von Italien und Spanien könnten sich wiederholen.

Auch dazu gibt es Pilotprojekte der Organisation Planet /HYDROUSA, die sehr vielversprechend klingen. So wird auf Mykonos das Regenwasser der Hausdächer gesammelt, um es für den häuslichen Gebrauch – Beispiel Toilettenspülung – zu verwenden und um Grundwasserquellen für die Bewässerung der Lavendelfelder aufzufüllen. Ohne die Anwendung von Trinkwasser im Haushalt könnten Trinkwasserrationierungen entgegen gewirkt werden.

Grünflächen sollten zwingend erhalten bleiben. Es gilt gegebene Ressourcen mit Verstand und überdacht zu nutzen. Grünflächen neu zu erschaffen – auch dort, wo es vorher keine gab wie beispielsweise auf Flachdächern. Jedes Jahr wird in der Europäischen Union 970 Millionen Tonnen Boden weggeschwemmt, was rund einem Meter tiefen Erdreichverlust auf der Fläche Berlins entspricht. Mehr als die Hälfte des verlorenen Gebiets betrifft Ackerland. Wälder hingegen sind besser vor Erosion geschützt.

Revue:

•Mangrovenbäume wachsen in Salzgewässern und besiedeln als erste Pflanzenart öde Küsten, da sie in der Lage sind, Wasser zu entsalzen.

•Während des Wachstums schaffen Mangroven günstige Bedingungen für das Gedeihen anderer Pflanzen und Lebewesen. Zusammen generieren Mangroven nach und nach ein komplettes Ökosystem, wo zuvor keines vorhanden war.

•Die auf dem Vorbild der Mangroven beruhende Technologieplattform Mangrove Still wurde vom HYDROUSA-Projektpartner Planet entwickelt.

•EU-finanzierte Projekt HYDROUSA (Demonstration of water loops with innovative regenerative business models for the Mediterranean region)

Mehr Infos über das Projekt und die Zukunft: Youtube

Weitere Quellen:

Cordis

Deutschlandfunk

ORF

Süddeutsche

Yucantanto Today

Wikipedia


Leave a Reply

Your email address will not be published.